Prof. Dr. Dr. h.c. Jan I. Lelley![]() |
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NEWS
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Aktuelle Informationen |
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Termine (Kongresse, Tagungen)
01. bis 06. 08. 2010 9th International Mycological Congress Edinburgh, Scotland, Infos: www.imc9.info
25. bis 27. 07. 2010 World Congress of Industrial Biotechnology Dalian, China Infos: www.bit-ibio.com
30. 09. bis 02. 10. 2010 62. Jahrestagung des Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) e.V. 47638 Straelen Infos: www.bdc-pilze.de
06. bis 10. 10. 2010 37th Australian Mushroom Growers' Conference, Perth, Western Australia Infos: www.mushrooms.net.au
17. bis 19. 02. 2011 21st North American Mushroom Conference The Roosevelt Hotel, New Orleans, USA
25. bis 29. 09. 2011 6th International Medicinal Mushroom Conference Zagreb, Kroatien Infos: immc6.loc@gmail.com
25. bis 30. 08. 2012 18th ISMS Congress Beijing, VR China Infos:18th.isms.congress@gmail.com
Termine (Lelley)
03.10.2010 5. Trüffelsymposium im Sinziger Schloss, 53489 Sinzig Infos: www.ahrtrueffel.com
22.10.2010 Verleihung des Wolfang Kessler Forschungspreises der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland Institut für Pflanzenkrankheiten der Universität Bonn Infos: Weiter unten auf dieser Seite
04.11.2010 Vortrag bei der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft, Dortmund
Informationen
Niemand denkt an Nahrungsmittel aus agrarischen Reststoffen!
Anlässlich eines kürzlich abgehaltenen wissenschaftlichen Kolloquiums an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität zu Bonn wurde in mehreren Vorträgen – zu Teil sehr eindringlich – darauf hingewiesen, dass die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung vor gewaltigen Problemen stünde:
• Man rechnet bis 2050 mit dem Anstieg der Weltbevölkerung um ca. 50 % auf rd. 9 Milliarden. • Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche kann weltweit nur um etwa 15 % ausgeweitet werden. • Der Klimawandel steht den Bemühungen der Produktionsausweitung entgegen. • Einer Steigerung der Produktivität der Agrarwirtschaft durch Ertragssteigerung ist kaum noch möglich, da die Kulturpflanzen ihre Leistungsgrenzen beinahe erreicht haben. • Es ist in der Agrarproduktion durch Unwetter, Dürren und zusätzlich durch die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen mit steigenden Ernteverlusten zu rechnen.
In der Konsequenz all dieser Faktoren müssen wir mit dem drastischen Anstieg der Lebensmittelpreise rechnen, wobei dieser Anstieg bereits in wenigen Jahren stark zu spüren sein wird. Bei all diesen Szenarien und diskutierten Lösungsansätzen bleibt ein, meiner Meinung nach wichtiger, Faktor völlig außer Acht: Die Verwendung von Makropilzen für die biotechnologische Umwandlung von landwirtschaftlichen Rest- und Abfallstoffen in hochwertige menschliche Nahrung. Auf die Frage, was geschieht mit diesen Rest- und Abfallstoffen, die die Agrarwirtschaft in der Regel in gleichen Mengen (häufig auch mehr) wie Nahrungsgüter erzeugt, geben die Wissenschaftler keine schlüssige Antwort. Aus den Beiträgen dieses Kolloquiums muss die Konsequenz gezogen werden, dass z.Z. niemand die Frage untersucht, welches Potenzial der Nahrungsmittelerzeugung in der agrarischen Reststoffverwertung steckt. Niemand geht der Frage nach, in welchem Umfange der vorausgesagten Nahrungsmittelknappheit durch Speisepilzerzeugung begegnet werden könnte. Es wird Zeit, diese Ressourcen der Nahrungsmittelerzeugung sehr ernsthaft in die Überlegungen einzubeziehen und endlich auch die längst überfällige angewandte mykologische Forschung in Gang zu setzen.
Der Wolfgang Kessler Forschungspreis für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft (DUG) in der Bundesrepublik Deutschland ist eine Investition in unsere Zukunft
Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Agrar- und Ernährungswissenschaften nimmt zu und in anbetracht der sich abzeichnenden Versorgungslage der Weltbevölkerung, dürfte sich diese Zunahme noch weiter beschleunigen.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Weltbevölkerung in den kommenden 40 Jahren, bis 2050, um 50 %, von heute 6 auf 9 Milliarden Menschen anwachsen wird. Die Nahrungsmittelversorgung der zu erwartenden Weltbevölkerung scheint eine fast unlösbare Aufgabe zu sein.
Der Bevölkerungszunahme steht eine mögliche Erweiterung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen von nur ca. 15 % entgegen. Diese Diskrepanz ist umso dramatischer, als das Ertragspotential der Nahrungspflanzen den Aussagen der Fachwissenschaftler zufolge erschöpft ist. Mit anderen Worten, höhere Flächenerträge der Nahrungspflanzen können nicht erwartet werden.
Diese ohnehin betrübliche Situation wird aber durch drei Faktoren zusätzlich nachteilig beeinflusst:
1. Dem Klimawandel zufolge werden bisher noch landwirtschaftlich nutzbare Standorte versteppen und künftig nicht mehr bebaubar sein. 2. Sich künftig noch häufenden Dürren und Überschwemmungen werden die Ernten stärker als bisher zerstören. 3. Der steigende Druck von Krankheiten und Schädlingen wird die Welternte weiter dezimieren.
Man erwartet als Folge dieser Entwicklung weltweit dramatisch steigende Nahrungsmittelpreise, mit dem Ergebnis, dass sich Elend und Hunger in den Entwicklungsländern noch mehr ausbreiten werden. Der Prozess der Preissteigerung hat bereits eingesetzt und die Folgen werden den wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge bald selbst in den Industrienationen zu spüren sein.
In einer solchen Situation muss die Ausbildung von Agrarexperten eine vorrangige Aufgabe sein. Die Bewältigung der anstehenden Probleme, oder zumindest die Linderung deren Folgen, erfordert hochqualifizierte Akteure. Sie werden auch den Ausgleich bei den aufeinander prallenden Interessen großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gruppen moderieren müssen. Es wird erwartet, dass Nutzpflanzenproduktion, Naturschutz und Waldwirtschaft um die gesellschaftliche Akzeptanz konkurrieren werden. Den Vorrang der Nutzpflanzenproduktion vor dem Naturschutz und womöglich gebietsweise auf vor der Waldwirtschaft wird man großen gesellschaftlichen Kreisen vermitteln müssen. Die Optimierung der Nutzpflanzenproduktion nach der Devise so viel wie möglich, so wenig wie nötig, wird die Aufgabe künftiger Agrarexperten sein.
Durch die Exzellenzförderung mit dem Wolfgang Kessler Forschungspreis für Agrar- und Ernährungswissenschaften der DUG leisten wir einen wichtigen Beitrag in diesem Kontext. Die Auszeichnung und finanzielle Förderung von jungen Agrar- und Ernährungswissenschaftlern nach einem Bewerbungs- und Auswahlverfahren in Deutschland und Ungarn, ist eine bescheidene aber wichtige Investition in unsere Zukunft. Wir können stolz darauf sein, mit unserer Exzellenzförderung einen Beitrag leisten zu können, um die Lebensgrundlage der Menschheit zu sichern.
Was ist das Ziel des Wolfgang Kessler Forschungspreises für Agrar- und Ernährungswissenschaften?
Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft unterstützt den unmittelbaren Austausch, die Begegnung und die Zusammenarbeit von Deutschen und Ungarn. Diesem Ziel dient auch der Wolfgang Kessler Forschungspreis, durch den junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Agrar- und Ernährungswissenschaften in Ungarn und in der Bundesrepublik Deutschland gefördert werden sollen. Der Wolfgang Kessler Forschungspreis wird jährlich abwechselnd in Ungarn und in der Bundesrepublik Deutschland ausgeschrieben. Im Hinblick auf die außerordentliche Vielfalt der Agrar- und Ernährungswissenschaften werden von Jahr zur Jahr unterschiedliche Fachbereiche definiert, in denen die Bewerbungen erfolgen sollten.
Wer kann sich bewerben?
Bewerben können sich junge deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einer abgeschlossenen Masterarbeit/Diplomarbeit (Gesamtnote mindestens 1,3) oder einer Doktorarbeit (Gesamtnote mindestens „magna cum laude“)
Wie hoch ist der Wolfgang Kessler Forschungspreis dotiert?
Zur Zeit beträgt das Preisgeld für die Masterarbeit/Diplomarbeit1.000,- EURO, das Preisgeld für die Doktorarbeit beträgt 2.000,- EURO.
In 2010 wurde der Preis in Ungarn ausgeschrieben. Die feierliche Preisübergabe findet am 22. Oktober 2010, um 15.00 Uhr im Hörsaal Nr. 10, im Institut für Pflanzenkrankheiten der Universität zu Bonn statt.
Möchten Sie mehr über den Wolfgang Kessler Agrarforschungspreis erfahren, schreiben Sie mir einfach ( Lelley@gamu.de ).
Mit dem Glänzenden Lackporling Allergien lindern
In den Jahren 1973/74 führte man in chinesischen Krankenhäusern an 2.000 Patienten mit chronischer Bronchitis eine groß angelegte Studie durch. Als Behandlung erhielten sie Tabletten, die aus dem Extrakt des Glänzenden Lackporlings hergestellt waren. Innerhalb von zwei Wochen zeigten 60–91 % der Patienten eine merkliche Besserung ihres Zustandes, einschließlich einer Verbesserung ihres Appetits.
Agaritin, eine wirksame Substanz im Brasil Egerling (Agaricus brasiliensis)
Die Gattung Agaricus (Egerlinge, Champignons) ist eine große und wichtige Pilzgruppe, die weltweit über 300 Arten, unter ihnen sowohl essbare als auch giftige, enthält. Manche Vertreter dieser Gattung gelten als Heilpilze und werden in der Krebstherapie eingesetzt.
Besonders hervorzuheben sind der Kulturchampignon (Agaricus bisporus) und der Brasil Egerling (Agaricus brasiliensis). Diese Pilze enthalten Homo- und Heteropolysacharide mit hohem Anteil von Betaglucanen, von denen man weiß, dass sie durch den Einfluss auf die unspezifischen- und spezifischen Abwehrmechanismen im menschlichen Körper eine indirekte Tumorsuppressive Wirkung ausüben.
Eine Forschergruppe vom Department of Biology, Faculty of Medicinal Technology, Fujita Health University, School of Health Sciences, in der Prefektur Aichi, in Japan, befasste sich mit dem Brasil Egerling und publizierte kürzlich in der angesehenen Fachzeitschrift “Biochimica et Biophysica Acta (BBA)“ folgendes: Ein wässeriger Extrakt aus dem Pilz wurde durch Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HCLP) fraktioniert, um die Substanz zu finden, die eine Antitumoraktivität gegenüber Leukämie Zellen in-vitro (im Laboratorium) aufweist. Die Struktur dieser antitumoral wirkenden Substanz wurde bestimmt, und es stellte sich heraus, dass es sich um Agaritin handelte. Agaritin ist eine wasserlösliche Hydrazin Verbindung, die übrigens in vielen Champignonarten, so auch im Kulturchampignon vorkommt und welches jahrelang fälschlicherweise für Krebserregend gehalten wurde.
In den nun hier vorgestellten Experimenten verhinderte Agaritin in verschiedenen Konzentrationen die Vermehrung von zahlreichen, unterschiedlichen Leukämie Zelllinien. Zugleich jedoch hat es keinen Einfluss – nicht einmal in der höchsten, untersuchten Konzentration – auf gesunde lymphatische Zellen gehabt. Obwohl Agaritin – wie bereits erwähnt - unter dem Verdacht gestanden ist, genotoxische und karzinogene Wirkung zu haben, ist derartiges von der Forschergruppe erwartungsgemäß nicht festgestellt worden.
Ganz im Gegenteil: Es hat sich gezeigt, dass Agaritin vom Brasil Egerling (Agaricus brasiliensis) sogar eine direkte antitumorale Wirkung auf Leukämie Zellen in-vitro ausübt. Dieses Ergebnis ist noch eindrucksvoller als das, was vielfach über Betaglucane publiziert wurde. Nämlich, dass Betaglucane indirekt, durch die Aktivierung der Immunantwort, die Vermehrung von Tumorzellen unterdrücken.
Quelle: Endo, M., Beppu, H., Akiyama, H., Wakamatsu, K., Ito, S., Kawamoto, Y., Shimpo, K., Sumiya, T., Koike, T. and Matsui, T., 2010: Agaritin purified from Agaricus blazei Murrill exerts anti-tumor activity against leukemic cells. Biochim Biophys Acta. 1800 (7). 669-673. Im Mai 2007 wurde ich von der 177. Jahreshauptversammlung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest in geheimer Abstimmung zum Außenmitglied der Akademie gewählt. Es wird von den neuen Akademiemitgliedern erwartet, dass sie binnen eines Jahres vor geladenen Gästen ihren Antrittsvortrag halten. Ich habe meinen Antrittsvortrag am 17. April 2008 im großen Sitzungssaal der Akademie gehalten. Mein Thema war: „Bedeutung der Makromyceten im 21. Jahrhundert". Dabei hatte ich die Möglichkeit in rd. 50 Minuten die wichtigsten Aspekte der Forschung und der Verwendungsmöglichkeiten der Großpilze vorzustellen. Diese Ausführungen fanden sehr großes Interesse. Im Anschluss an den Vortrag fand in den Räumen der Akademie noch ein Empfang statt.
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